Was du schon immer über Yoga wissen wolltest Interview mit-Kino MacGregor Ashtanga Yoga

Was wir schon immer über Yoga wissen wollten: Im Interview mit Kino MacGregor

Ich freue mich total, heute ein ein richtig spannendes Interview mit dir teilen zu können, das ich mit keiner geringeren als Kino MacGregor führen durfte. Ich hatte die Ehre mit ihr über das Leben als Yogini, Motivationstiefs in der Praxis und die Integration von Yoga in den Alltag zu sprechen. Du kannst also bestimmt etwas für dich daraus mitnehmen.

Im Mai hatte ich die einmalige Gelegenheit bei einem viertägigen Workshop mit Kino MacGregor in Berlin teilzunehmen. Zu ihrem einzigen Workshop in Deutschland musste ich einfach fahren und was soll ich sagen?! Es hat sich gelohnt. Nicht nur weil ich Kino interviewen durfte, sondern vor allem weil der Workshop mich in vielen Teilen meiner Praxis so viel weiter gebracht hat und mir Inspiration gegeben hat. Vielen Dank, liebe Kino!

Wer ist die Frau mit dem strahlenden Lächeln?

Falls du Kino nicht kennst, will ich sie dir kurz vorstellen: Kino MacGregor stammt aus den USA und besuchte mit jungen 19 Jahren ihre erste Yogaklasse. Damals hatte sie stark mit Depressionen zu kämpfen. Während ihrer ersten Yogastunde sprang jedoch der Funke nicht so richtig über. Erst drei Jahre später, als sie eine traditionelle Ashtanga Yoga-Klasse besuchte, fühlte sie sich in diesem dynamischen Yogastil wie Zuhause. Nur acht Monate später machte sie sich auf den Weg nach Mysore in Indien, um dort mit dem damaligen Guru Sri k. Pattabhi Jois und seinem Enkel R. Sharath Jois zu praktizieren. Mit 29 Jahren war sie die jüngste Frau, die eine Zertifizierung vom Ashtanga Yoga Research Institute erhielt und fortan unterrichten durfte.

Zusammen mit ihrem Ehemann, Tim Feldmann, gründete sie das Yogastudio Miami Life Center. Kino unterrichtet Workshops auf der ganzen Welt, hat bereits mehrere Bücher geschrieben. Mit ihrer Online-Plattform OMstars hat sie sich einen Traum erfüllt und einen Online-TV-Kanal für Yogis und Yoginis geschaffen. Dort findet man Videos aller Yogastile, sowie Videos rund um die Philosophie von Yoga und auch Kochvideos und Styling Tipps für Yogis kommen nicht zu kurz. Mittlerweile praktiziert Kino seit über 20 Jahren Yoga und ist für ihr strahlendes Lächeln und ihre aufgeweckte Art bekannt, die ich auch während des Workshops erleben durfte.

Was du schon immer über Yoga wissen wolltest Interview mit-Kino MacGregor Ashtanga Yoga

„Live like a Yogi“ im Interview mit Kino MacGregor

Jetzt darfst du dich entspannt zurücklehnen und dieses tolle Interview genießen. Bestimmt kannst du von der mehr als 20-jährigen Yogaerfahrung von Kino profitieren. Sie gibt dir und mir hilfreiche Tipps für die Yogapraxis und wie man diese motiviert in den Alltag integrieren kann. Außerdem verrät sie dir, für wen Yoga geeignet ist. Viel Spaß nun bei diesem Interview.

Mein Blog heißt „Live like a Yogi“. Was bedeutet es für dich, wie ein Yogi zu leben oder das Leben eines Yogi zu führen?

Kino: Der erste oder wichtigste Teil des Lebens als Yogi ist es, die Dinge, die man auf der Matte lernt, zu nehmen und sie in jeden einzelnen Atemzug des Lebens einfließen zu lassen, sodass die Erfahrung der Veränderung, die wir auf der Matte und in unserem Körper spüren, wenn man praktiziert, zu einer wesentlichen Veränderung in unserer Lebensqualität führt und uns dazu inspiriert, etwas in der Welt zu verändern.

Was denkst du, wie wichtig die Rolle des Lehrers ist? Was kann man tun, wenn man keinen Lehrer in seiner unmittelbaren Umgebung hat?

Kino: Die Rolle des Lehrers ist wirklich wichtig, um ausgeglichen und inspiriert zu bleiben und sozusagen den Pfad zu erleuchten. Aber wenn man keinen Lehrer hat, mit dem man regelmäßig üben kann, gibt es eine Reihe von Dingen, die man zur Unterstützung tun kann. Zuerst sollte man so oft wie es einem möglich ist, Workshops oder eine Yogaklasse besuchen. Selbst wenn es nur einmal im Jahr ist, nimmt man so einfach ein bisschen Begeisterung mit, um inspiriert zu bleiben und weiter zu praktizieren. Dann würde ich empfehlen, zur Unterstützung nach Büchern zu suchen, die einen inspirieren oder nach Online-Videos und eben einfach so viel Inspiration wie möglich zu suchen. Und dann vielleicht noch eine Sache. Wenn man eine Yoga-Gemeinschaft hat, mit der man praktizieren kann und die einen unterstützt, kann das auch helfen.

Gab oder gibt es Zeiten, wenn es dir schwerfällt, auf die Matte zu kommen? Was tust du, um inspiriert zu bleiben?

Kino: Es gibt definitiv Zeiten, da fühle ich mich nicht so inspiriert – dann folge ich meinen eigenen Ratschlägen – ich schalte ein Video von Guruji ein und sehe ihm einfach beim Unterrichten zu. Dann plane ich, nach Indien zu fahren, um mit Sharath, Gurujis Enkelsohn, zu üben. Oder ich besuche einen Workshop mit einem Lehrer oder meine Schüler inspirieren mich ehrlich gesagt sehr oft. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich eine Menge Inspiration vom Unterrichten selbst bekomme. Aber meine Verpflichtung mir selbst gegenüber ist es, jeden Tag auf die Matte zu kommen und das muss nicht für die ganze Ashtanga-Praxis sein. Das können auch nur ein paar Sonnengrüße und stehende Asanas sein. Das nimmt eine ganze Menge Druck.

Ich glaube, es gibt viele Leute, die einen vollen Terminkalender, eine Familie, ein Haus oder einen anspruchsvollen Job haben. Hast du ein paar Tipps, wie man die Ashtanga Praxis in den Alltag integrieren kann?

Kino: Also, ich denke, dass man sich zuallererst bewusst machen sollte, dass man nicht zwei Stunden Yoga machen und diese in den Alltag integrieren muss. Aber fünf Minuten am Tag können schon die Schwingungen des Geistes verändern und  Türen zu einer spirituellen Praxis öffnen. Also wenn man eine wirklich stressige Zeit in einem anstrengenden Job durchlebt oder ein intensives Familienleben hat, dann ist es möglich zu sagen, okay, nur diese fünf Minuten am Tag sind für mich genug und die zelebriere ich wirklich, gehe liebevoll mit mir um und mache mich nicht selbst kaputt, wenn ich nicht mehr tun kann.

Darüber hinaus erschaffe Rituale rund um deine Praxis, sodass es ungefähr um dieselbe Zeit jeden Tag passiert und Familienmitglieder sich daran gewöhnen und wissen, dass man jetzt Yoga machen wird, egal ob es fünf Minuten oder bis zu einer Stunde sind. Sie gewöhnen sich daran. Sogar Hunde können an die Praxis gewöhnt werden. Ich habe Freunde, deren Hunde hören den Ton Om und legen sich sofort hin und wenn sie wieder Om hören, wissen sie, dass die Praxis vorüber ist und sie stehen auf.

Für alle Leute, die sich nicht sicher sind, ob sie mit Yoga beginnen sollen. Was denkst du? Wer kann Yoga machen?

Kino: Ich denke, jeder kann Yoga machen. Unabhängig davon welche Größe, welche Figur oder welches Alter er oder sie hat oder welcher ethnischen Gruppe oder Religion man angehört. Ich denke, jeder kann Yoga praktizieren. Yoga ist ein Pfad, der zu inneren, ewigen Wahrheit führt. Also falls man von diesem Bild des perfekten Yogis eingeschüchtert ist, vergiss das einfach. Such dir jemanden, der aussieht wie du, der denkt wie, der spricht wie du und der Yoga macht und der dich dazu inspiriert, Yoga zu praktizieren. Es ist wirklich wichtig, dass die weltweite Yogagemeinschaft die Idee von Verschiedenheit in Größe, Figur und Alter von Yogis liebevoll annimmt, damit Yoga für jeden greifbar ist. Yoga ist etwas, das universell ist. Es spricht den wesentlichen Kern der Wahrheit in jedem menschlichem Wesen an. Dieses Streben nach Freiheit ist ewig, dieses Streben nach Freiheit und danach, wer wir wirklich sind, ist für alle Wesen erreichbar.

Meine letzte Frage ist: Kannst du bitte in einem Satz zusammenfassen, was Yoga für dich bedeutet?

Kino: Oh, Yoga ist ein Pfad des Erkennens der höchsten Wahrheit. Yoga ist ein Weg der Freiheit, ein Weg aus dem Leid. Und mehr als alles andere ist Yoga ein Weg, die Welt zu verändern. Wenn wir unser Herz öffnen und in unseren eigenen Körper hineinhören, schließen wir Frieden mit uns selbst und unserem Körper und begeben uns an einen Ort der Liebe. Wenn wir dann in die Welt um uns zurückkehren, ändert das alles. Das macht es möglich, inspiriert zu sein, zu handeln, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Vielen Dank für deine kostbare Zeit und die Arbeit, die du investierst, um die Yogapraxis mit uns zu teilen. Danke.

Kino: Danke. Vielen lieben Dank.

Das Interview kannst du dir übrigens in meinem Newsletter als Audio anhören. Einfach hier dafür anmelden und du bekommst mein kostenloses Ebook mit meinen zehn Tipps für mehr Motivation zum Yoga und eine regelmäßige Praxis und noch mehr tolle Inspirationen.

Ich hoffe, du konntest aus diesem Interview etwas für deine Praxis mitnehmen. Ich fand es zumindest sehr erhellend und spannend. Schau dir auch gern Kinos Instagram Account an. Dort teilt sie oft ihre Gedanken rund um das Thema Yoga und ihre Fotos sind fantastisch.

2 Kommentare

    1. Liebe Melanie,
      ja, sie ist wirklich sehr sympathisch und bodenständig. Ich konnte aus dem Workshop und dem anschließenden Gespräch mit ihr wirklich sehr viel mitnehmen 🙂

      Alles Liebe
      Jenny

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