Yoga off the mat – 7 Dinge, die du auf der Matte für dein Leben lernst

Viele Menschen kommen durch den körperlichen Aspekt zum Yoga. Wie die meisten anderen haben auch mich anfangs besonders die unglaublichen Asanas wie Handstand und Spagat fasziniert. Je länger ich jedoch Yoga geübt habe, desto mehr habe ich auch die spirituelle Seite entdeckt und schätzen gelernt und bin deshalb dabei geblieben. Was du neben körperlichen Übungen auf der Yogamatte noch alles lernst und wie es dich im Leben weiterbringen kann, erfährst du in diesem Artikel.

Was macht Yoga mit uns?

Yoga off the mat - 7 Dinge, die du auf der Matte für dein Leben lernst

Yoga ist kein Sport. Yoga ist auch keine Religion. Yoga ist ein Weg, dich selbst besser kennenzulernen und Frieden mit dir zu schließen. Dafür musst du nicht die krassesten Verrenkungen ausführen können oder 12 Stunden am Tag meditieren. Yoga ist viel eher ein Lebensstil, eine Einstellung und umfasst alle Bereiche deines Lebens.

Eigentlich besteht nur ein winzig kleiner Teil der Yoga-Philosophie aus den Körperübungen (asanas), die du praktizierst. Doch sie können dir helfen, einen Zugang zum Yoga, zu dir und zu deinem Körper zu finden. Die Asanas lehren uns eine ganze Menge über uns selbst, unser Verhalten und unser Leben. Sie helfen uns, uns weiterzuentwickeln und einige Verhaltensmuster neu zu überdenken.

Was dir auf der Matte begegnet, begegnet dir auch im wirklichen Leben

Das Üben der Asanas konfrontiert uns regelmäßig mit unseren Stärken, unseren Schwächen und Grenzen. Während der Praxis können positive wie negative Gefühle aufkommen und wie wir darauf reagieren, sagt eine ganze Menge über uns aus.

Viele Dinge und Hindernisse, die dir auf der Yogamatte begegnen, findest du auch in deinem alltäglichen Leben abseits der Matte wieder. Welche das sind und wie du deine Erkenntnisse aus deiner Yogapraxis auf dein Leben überträgst, erfährst du jetzt.

Yoga off the mat - 7 Dinge, die du auf der Matte für dein Leben lernst

7 Learnings von der Yogamatte

1. Nur Geduld!

Als du mit dem Yoga begonnen hast, welche Übung wolltest du auf jeden Fall lernen? Was hat dich besonders fasziniert? Meist sind es die besonders fortgeschrittenen, akrobatischen Übungen, die es uns angetan haben. Für manche sind es Übungen, die besonders viel Kraft kosten wie Armbalancen, Handstand und Kopfstand. Für andere sind es Asanas, die besonders viel Flexibilität abverlangen wie der Spagat.

Da ich weder sehr kräftig noch flexibel war, als ich mit dem Yoga begonnen habe, hat mich schlichtweg alles fasziniert. Ich konnte beinahe keine Asana vollständig üben und das hat mich anfangs sehr frustriert. Vielleicht kennst du das Gefühl?

Durch meine regelmäßige Praxis habe ich gelernt, geduldig mit meinem Körper zu sein. Wenn du ihm zu viel abverlangst, wird er es dir nicht danken und es kommt schnell zu Verletzungen. Stell keine Erwartungen an dich, sondern roll deine Matte aus und leg einfach los. Fortschritte kommen mit der Zeit und jeder hat irgendwann mal angefangen. Stell dir mal vor, du wärst morgen schon ein Profi. Dann hättest du ja gar nichts mehr Neues zu lernen und das wäre doch langweilig oder?

2. Lerne Loslassen!

Dieser Punkt hängt ganz eng mit der Geduld zusammen. Vielleicht hast du wie ich auch mit ein bis zwei Mal die Woche Yoga angefangen. Irgendwann kommt jedoch meist der Wunsch auf, mehrmals die Woche Yoga zu üben. Gerade in den ersten Monaten ist man Feuer und Flamme und jagt der nächsten coolen Asana nur so hinterher.

Kennst du dieses Gefühl, wenn du etwas zu sehr willst und zu sehr daran festhältst und es dann einfach nicht eintreten will? Ich habe in meiner Praxis und meinem Leben die Erfahrung gemacht, dass die besten Dinge geschehen, wenn man alle Erwartungen loslässt und das Leben einfach nur machen lässt.

Manchmal möchtest du eine Asana unbedingt lernen und verkrampfst dich dabei so sehr, dass es einfach nicht klappen will. Oft kommt der Fortschritt dann in Momenten, in denen du gar nicht damit rechnest. Das ist eine tolle Lektion für das Leben. Nimm nicht alles zu ernst und klammer dich nicht fest. Das Leben findet immer Wege und die Dinge werden zu dir kommen, sobald du dafür bereit bist.

Yoga off the mat - 7 Dinge, die du auf der Matte für dein Leben lernst

3. Konzentration ist der Schlüssel!

Bist du auch ein Mensch, der am liebsten fünf Dinge auf einmal macht? Dich nur auf eine Sache zu konzentrieren und all deine Gedanken darauf zu richten, fällt dir schwer? Willkommen im Club! Besonders Meditation fiel mir lange, lange Zeit sehr schwer und auch heute ist es noch eine Herausforderung für mich, lange still zu sitzen.

Die Yogapraxis jedoch verlangt eine ganze Menge Konzentration ab. Trotzdem kann es hin und wieder vorkommen, dass ich mit den Gedanken abschweife. Beim Yoga ist es wie mit allen anderen Dingen auch: Wenn du dich auf eine Sache nicht voll konzentrierst, machst du sie nur halbherzig. Wenn ich beim Yoga abgelenkt bin, kommt es nicht selten vor, dass ich das Gleichgewicht nicht halten kann oder gar nicht erst in die Asana hineinkomme.

In diesen Momenten erinnert mich mein Körper daran, dass ich nicht voll bei der Sache bin und dann auch nicht hundert Prozent meiner Leistung abrufen kann. Wenig Konzentration bedeutet eben auch wenig Tiefe. Wenn du in einer Sache Ergebnisse oder Tiefe erzielen möchtest, musst du ihr deine volle Konzentration schenken. Das gilt sowohl auf der Matte als auch im wirklichen Leben. Wo Energie hinfließt, kann auch etwas erreicht werden.

4. Andere zu verurteilen, schadet dir selbst!

Ja, auch Yogis sind nicht frei davon, andere für etwas zu verurteilen. Natürlich strebt man als Yogi danach, vorurteilsfrei durchs Leben zu gehen, aber hin und wieder passiert es vielen von uns doch mal. Ein kritischer Blick auf das Yoga-Outfit der anderen, ein verurteilender Gedanke über die Ausführung einer Asana oder Neid, weil die Yogini neben dir viel schneller Fortschritte macht als du.

Das kann passieren, aber es ist wichtig, zu verstehen, dass du damit vor allem dir selbst schadest. Indem du andere  verurteilst, gibst du deinem Ego Nahrung und fühlst dich dadurch erst einmal besser. Jemanden zu verurteilen, bedeutet jedoch, ihn nicht so anzunehmen, wie er ist und das bedeutet, dass du auch dich selbst nicht so annehmen kannst, wie du bist.

Das Negative, was du an anderen oder dir selbst siehst, überschattet das Positive. Du machst damit den Weg frei für noch mehr negative Gedanken. Wenn du beginnst, deine „Schattenseiten“ anzunehmen und zu lieben, wirst du auch die „Schattenseiten“ anderer Menschen akzeptieren und lieben lernen. Es geht nicht darum, alles toll zu finden. Es geht viel mehr darum, Abstand zu negativen Gedanken zu gewinnen und die „Schattenseiten“ anderer nicht als Provokation oder Bedrohung für die eigene innere Schönheit und Leistung wahrzunehmen. Einen tollen Artikel dazu findest du auch hier.

Wie du solche negativen Glaubenssätze auflöst und mehr Positivität in dein Leben holen kannst, erkläre ich dir hier.

5. Stopp das Gedankenkarussel!

Fällt es dir leicht, den Kopf frei zu bekommen oder machst du dir oft Sorgen? Kannst du abschalten oder fahren deine Gedanken und Gefühle unkontrolliert Achterbahn? Vielleicht hast du auch einen sogenannten „Monkey mind“ und es fällt dir schwer, das Gedankenkarussell zu stoppen?

Beim Yoga geht es darum, mit den Gedanken im Hier und Jetzt zu sein. Du lernst, dass du manche Dinge nicht (mehr) ändern kannst und dass du auch aus jedem Rückschlag etwas lernen kannst. Das heißt nicht, dass Yogis Profis darin sind, alles anzunehmen und sich nicht unnötig den Kopf zu zerbrechen. Doch die Yogapraxis hilft dabei, im Moment zu sein.

Beim Yoga lernst du, deine Gedanken zu beobachten, wenn sie aufkommen und sie dann wieder gehen zu lassen. So machst du Platz für Positivität und die kleinen Wunder des Alltags, die dir sonst vielleicht entgangen wären. Im Alltag hilft es mir oft, einen tiefen Atemzug zu nehmen und mit dem Ausatmen alle Sorgen ziehen zu lassen. Noch mehr Achtsamkeits-Tipps für den Alltag habe ich übrigens hier für dich zusammengetragen.

6. Lerne, deinen Körper zu lieben!

Dein Körper ist ein Wunder auf zwei Beinen. Deine Füße können dich täglich kilometerweit tragen, dein Kopf speichert sich eine Unmenge an Informationen und deine Glieder und Gelenke sind zu unglaublichen Dingen fähig. Yoga ist kein Sport und auch kein Abnehm-Programm. Natürlich können ein paar Pfunde purzeln, wenn du mit dem Yoga beginnst, aber das ist maximal ein angenehmer Nebeneffekt.

Auf der Matte lernst du etwas viel Wichtigeres, nämlich deinen Körper zu lieben. Yoga ist für Menschen jeden Alters, jeder Hautfarbe, jeder Konfession und jeder Konfektion. Jeder und jede kann mit dem Yoga beginnen, Fortschritte machen und seinen oder ihren persönlichen Weg gehen. Du bist nicht zu klein, zu groß, zu dünn oder dick für Yoga. Du bist genau richtig. Du musst nicht perfekt sein, um mit dem Yoga zu beginnen, sondern Yoga wird dir zeigen, dass du bereits perfekt bist, wie du bist.

Wenn du das nächste Mal deine Matte ausrollst und deine Yogapraxis absolviert hast, schenk dir danach ein Lächeln und danke deinem Körper, was er für tolle Arbeit leistet.

Yoga off the mat - 7 Dinge, die du auf der Matte für dein Leben lernst

7. Entwickle Vertrauen!

Vertrauen ist ein großes Wort und es zu entwickeln, kann eine große Herausforderung sein. Egal ob es um Vertrauen zu unseren Freunden und unserem Partner oder Vertrauen in uns und das Leben geht. Vertrauen heißt, ein Stück Kontrolle abzugeben und unser Glück oder unsere Zukunft auch mal in andere Hände zu legen. Das kann schwer sein, aber uns auch eine Last von den Schultern nehmen.

Im Yoga lernst du, dir und deinem Körper zu vertrauen. Während einer Yogastunde begibst du dich in die Hände eines Yogalehrers und sprichst ihm damit ein Höchstmaß an Vertrauen aus. Außerdem lernst du, dem Leben, dem Schicksal, einer höheren Kraft (oder nenn es gern wie du willst) zu vertrauen. Du entwickelst Vertrauen, dass alles was du brauchst, zum richtigen Zeitpunkt zu dir kommen wird.

Wenn du eine Asana noch nicht beherrschst, dann weil du noch nicht bereit dazu bist oder noch eine Lektion lernen musst. So ist es auch im Leben. Es wird dir immer nur so viel zugemutet, wie du ertragen kannst. Du wirst daran lernen und wachsen.

Wenn etwas noch nicht in dein Leben getreten ist, dann weil es noch etwas Zeit benötigt. Vertraue darauf! Manche Dinge liegen außerhalb unseres Kontrollbereichs. Eine ganz tolle Affirmation dazu ist: „Alles was passiert, passiert zu meinem Wohle. Ich kann aus allem, was passiert, etwas lernen. Alles hat seinen Sinn.“ Noch mehr tolle Affirmationen und wie du sie benutzt, findest du übrigens hier.

Nutze deine Yogapraxis, um mehr über dich zu lernen

Du siehst, was du auf der Matte im Kleinen lernst, kann dir auch im Alltag helfen. Das Spannendste ist es für mich, meine Gedanken und Reaktionen auf der Matte zu beobachten. Wenn du lernst, Hindernisse auf der Matte anzunehmen und mit ihnen umzugehen, wird es dir auch im „wirklichen“ Leben viel leichter fallen.

Was hat sich bei dir durch Yoga verändert? Was hast du gelernt? Deine Antworten würden mich brennend interessieren!

PS: Wenn du noch mehr Tipps rund um Yoga und Achtsamkeit von mir bekommen möchtest, trag dich gern in meinen kostenlosen Newsletter ein. Zusätzlich bekommst du noch ein kostenloses Ebook mit meinen besten Tipps für eine regelmäßige Praxis und einen vierwöchigen Yoga-Planer.

 

 

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